17.9.2020

Waiting for the flow

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Beim Schreiben ist es so – es gibt gute Tage, da geht richtig was. Es gibt schlechte Tage, da geht so ziemlich nix. Und es gibt die Tage mittendrin, die sind eigentlich die größte Quälerei, weil man ständig versucht, voranzukommen, man kommt aber schon gar nicht richtig rein und mäh. Und man macht natürlich trotzdem weiter, denn es gibt da etwas, das schaut gelegentlich vorbei und es ist so wunderbar.

Flow.

Heute war’s mal wieder soweit. Dabei fing der Morgen nicht besonders vielversprechend an. Aber als ich erst mal am Schreibtisch saß, ging’s eigentlich. Ich brauchte nur gewohnt lange, bis ich im Dokument drin war. Und dann wurde es immer leichter. Heute standen zwei ziemlich intensive Szenen auf dem Programm – die zweite ist auch noch nicht fertig, was total okay ist – und ich arbeitete erst an der einen, die sich echt sperrig anfühlte. Manchmal hilft es mir, wenn ich dann doch erst die andere schreibe, aber heute fühlte sich das nicht richtig an. Schreiben hat bei mir unheimlich viel mit Bauchgefühl zu tun, bisher bin ich damit ganz gut gefahren; hat aber auch lange gedauert, bis ich gelernt habe, darauf zu hören.

Als ich dann das sperrige, erste Teilstück bewältigt hatte und mich ins andere kniete, merkte ich, dass mein Unterbewusstsein (oder wer auch immer da im tiefen Brunnen der Kreativität hockt und mich in einem beständigen Strom mit Output versorgt) ordentlich vorgearbeitet hat in den vergangenen Tagen. Diese Tage, an denen man gefühlt nichts schafft – an denen schafft man nicht nichts, sondern man hat quasi im Hintergrund permanent ein Programm laufen, das an der Geschichte weiterarbeitet. Das Beste, was ich in der Situation machen kann: aushalten, abwarten, bei historischen Stoffen mit Recherche füttern. Habe ich getan, soweit es ging. Und heute setzte der Flow ein, und einen Großteil meines Pensums (und noch einiges mehr) schrieb ich einfach mal in einer knappen Stunde runter.

Bäm.

Danach ist’s dann meist gut. Ich brauche dann irgendwas zu essen, der Kopf ist etwas wattig, dann brauche ich Schlaf. Da hab ich mir aber durch zu viel Koffein ein Eigentor geschossen. Na gut, dann halt nicht.

Der Rest des Tages verging im Unspektakulären. Aber der Flow, der war gut.

Auch gut war, dass die Schmerzen von gestern (Nacken, Kopf, alle Gelenke von oben bis unten) sich vertan haben. Aber ich weiß, was ich zu tun habe. Die Schuhe, die ich beim Crossfit trage, taugen eben nicht fürs Laufen. Ahnte ich vorher, aber Versuch macht klug. Also gehe ich Samstag in die Stadt und kaufe Laufschuhe. (Ich schnappatme kurz, denn ich war seit März in keinem Geschäft außer Apotheke und Bäckereien, und letzteres kann ich wirklich an einer Hand abzählen. Ich werde berichten.)

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