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Leben, lesen, schreiben.

am 24.9.2020 zum Thema „Autorinnenleben“

Der Tag begann vor dem Weckerklingeln, und das ist nicht so schlecht wie es klingt. Denn mit dem Weckerklingeln, das bedeutet meist, dass es ein bisschen stressig wird; mit dem Weckerklingeln, das heißt allerhöchste Eisenbahn, dass wir unser morgendliches Programm abspulen.

Erst mal in die Laufklamotten. Es ist nämlich etwas komisches passiert. Ich laufe. Naja, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber vier Schwalben in acht Tagen, da bin ich etwas Großem auf der Spur. Idealerweise laufe ich wochentags direkt ab der Kita los, es gibt da so einen Ententeich (und ziemlich viel Wald direkt dran, aber so weit bin ich noch nicht vorgedrungen), und heute drehte ich schon mal zwei Runden um besagten Teich. Pensum gesteigert, Tempo gedrosselt. Das passte ziemlich gut, und nach einer halben Stunde war ich wieder zu Hause. Ich genoss die Morgensonne auf der Treppe vor dem Haus sitzend, das war echt schön.

Auch schön: Eine Lektorin schickte die Vorschauseiten fürs kommende Frühjahr, die sehen sehr schick aus und ich freue mich auf das Buch. Verrückt, denke ich da – das Buch begann ich vor anderthalb Jahren zu schreiben, und wieso es für mich ein bisschen so war, als müsste ich mir etwas aus dem Herzen schreiben, das erzähle ich euch dann im Mai.

Leben und Schreiben kann man nicht trennen.

Und so auch heute. Im Manuskript bin ich an einer Stelle angelangt, an der es irgendwie hakte. Aber der Zufall hat mich schon vorgestern auf die richtige Fährte gebracht, ich hab es nur nicht sehen wollen; erst gestern begriff ich, dass – pardon – Arschlöcher immer Arschlöcher sind, egal ob im 20. oder 21. Jahrhundert. Heute kann man es vielleicht einfacher benennen, wenn sich jemand wie ein solches verhält, ich habe da inzwischen einen deutlich besseren Radar entwickelt. Macht das menschliche Miteinander nicht immer leichter, weil ich in manchen Situationen dann auch extrem misstrauisch bin. Aber meine Protagonistin ist deutlich jünger, sie muss das noch lernen.

Post von einem Onlinebuchhändler bekommen und gelacht.

Buchempfehlung für das e-Book von „Die Dorfärztin 2“

Und klar, das ist witzig, weil das Buch, das der Buchhändler mir da verkaufen will, grad mal zur Hälfte fertig ist. Aber nur zu, bis August ist ja noch massig Zeit. Ich schaff das, ganz bestimmt. (An schlechten Tagen glaube ich das ja gar nicht, but that’s a different story.)

Vielleicht waren wir heute das letzte Mal für diesen Sommer mit den nackten Füßen im Sand, als wir auf dem Spielplatz waren. Ja, ja, ist schon Herbst, hab ich verstanden. Lasst mir doch die Illusion. Ich bin eigentlich Herbstkind, aber die Tage werden spürbar kürzer und das vertrage ich nicht so gut.

Zum Schluss noch die erste Bewertung für mein neues Buch gefunden, und my, wie beneide ich diese Leserin, dass sie in drei Tagen offenbar 330 Seiten lesen kann. Ich lese drei Seiten und schlafe ein, und Belletristik ist es im Moment auch nicht. Na gut. Lesen und schreiben kann man auch nicht trennen, und da ich gerade sehr viel schreibe, ist es halt schwierig, das Lesen. Ich habe verstanden!

Ein Winter im Alten Land

am 22.9.2020 zum Thema „Autorinnenleben“

Winterzauber und Honigduft. Hamburg im Winter: Die Ärztin Bea achtet darauf, niemanden an sich heranzulassen. Als eine alte Patientin verschwindet und nur ein Tagebuch zurücklässt, lernt sie deren Neffen Tom kennen, der die Imkerei seiner Tante übernommen hat, sich aber nur wenig um die schlafenden Bienenvölker kümmert. Dann entdeckt Bea im Tagebuch seiner Tante den Hinweis darauf, dass die Population von einer gefährlichen Krankheit bedroht ist. Jetzt muss schon ein Weihnachtswunder passieren, um sie zu retten. Doch Tom und Bea geben nicht auf, und bei dem gemeinsamen Kampf um die Bienen kommen die beiden sich näher …

Merkt man mir die Aufregung an? Seit heute gibt es mein neues Buch in allen Buchläden, online wie offline. Bea (sic!) und Tom, vierzig Bienenvölker und hoffentlich die Antwort auf die Frage, was im Leben kommt, wenn man das Gefühl hat, dass da gerade nichts mehr kommen will.

„Ein Winter im Alten Land“ – Hardcover auf einer Tastatur

Die Herausforderung war: Einen Winterroman über Bienen schreiben. Wisst ihr, was Bienen im Winter machen? Sie hocken im Stock und wärmen die Königin. Damit wäre der Bienen-Teil des Roman theoretisch auserzählt, aber praktisch habe ich doch noch eine Möglichkeit gefunden, euch durchs Bienenjahr zu begleiten.

Es wird auch am Rande ein Wiedersehen mit Alix & Max geben. Wenn ihr den ersten Band der Reihe, „Ein Sommer im Alten Land“ nicht kennt, ist das aber kein Problem, ihr könnt auch mit dem Winter einsteigen.

Und nun wünsche ich euch ein paar entspannte Lesestunden. Ich freue mich natürlich über eure Leseeindrücke, sei es hier, auf den Social-Media-Kanälen oder (sehr gerne) auf den Plattformen der Onlinebuchhändler.

The day before.

am 21.9.2020 zum Thema „Autorinnenleben“

Gibt so Tage, da zahlste drauf. So einer war heute. Der Montag musste sich nicht mal verkleiden, er war halt, was er war. Und ich mittendrin mit dem üblichen Kram.

Tröstlich war: Der Spaziergang, einmal rüber zum B-Park, dort auf einer Bank sitzen und Seiten um Seiten im Journal füllen. Das mache ich gerade ziemlich exzessiv, man könnte meinen, mein Leben wäre aufregend, dabei sind es vor allem meine Gedanken, und die wollen raus. Papier ist geduldig, a match made in heaven, wie man so schön sagt.

Die letzten Tage war ich zunehmend nervös, morgen ist ja Erscheinungstermin für mein jüngstes, neuestes Buch, „Ein Winter im Alten Land“. Diese Tage sind oft aufregend, aber eher so innerlich aufregend, denn die Welt dreht sich weiter – und ich drehe ein bisschen durch, so eine neue Geschichte da draußen, die einige Menschen lesen und gut finden, andere lesen sie und mögen sie gar nicht, ich stehe irgendwo dazwischen und sage „ja, Geschmäcker. Einverstanden, die gibt’s. Aber ich habe da mein ganzes Herz reingeschrieben, soweit ich eben konnte. Trampelt nicht zu sehr drauf herum, okay?“ Das ist schwer auszuhalten, ich krieche gleich ins Bett und könnten wir bitte auf übermorgen vorspulen oder auf nächsten Monat oder so?

Morgen versuche ich dann, euch ein bisschen mehr über Bea und Tom zu erzählen, und über die vierzig Bienenvölker, mit denen Tom zusammenlebt. Wie man einen Bienenroman schreibt, der im Winter spielt. Und was ich so besonders an dieser Geschichte liebe.

Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?

am 19.9.2020 zu den Themen „Bilder“„Tagebuchbloggen“

Vor zwei, drei Wochen noch erzählte ich meiner Schwester: „Ja, nee. Laufen und ich, wir werden keine Freunde.“ Ich hatte nämlich noch in Erinnerung, wie ich mich vor zehn Jahren (als Kondition aufbauen noch ein Leichtes war, ich war nämlich zehn Jahre jünger!) mit der Laufstrecke unweit der alten Wohnung gequält habe. Dabei war die perfekt – durch den Park, an den Stauteichen vorbei, eine Runde waren irgendwas um 4,4 Kilometer. Aber ich lief so selten, dass diese 4,4 Kilometer jedes Mal maximal weh taten. Dann war da noch was mit zu spät abends laufen, als es schon dunkel wurde (sad, but true – als Frau keine gute Idee), und nun, ich ließ es bleiben.

Die Laufschuhe von damals begleiteten mich dann zu meiner ersten Crossfit-Foundation im Dezember, und im Februar kloppte ich sie in die Tonne, weil ich mir Metcon kaufte. Aber ich schweife ab.

Mittwoch nämlich. Da zog ich besagte Metcon an und lief los. Theoretisch keine schlechte Idee. Praktisch aber schon, ich berichtete bereits von Schmerzen, vor allem in den Sprunggelenken. Ich lief also drei Kilometer, war danach von mir selbst sehr angetan (lag danach nicht eine halbe Stunde halbtot auf dem Boden rum) und hatte Bock, das auszubauen, weil wir beim Crossfit aktuell ja eh mindestens einmal pro Woche mehrfach um die Box gescheucht werden (und ich es erst mal hasste, weshalb ich, siehe oben, mich zu der Aussage verleiten ließ, das mit dem Laufen und mir … ja nun.).

Zum Glück hatte ich mich schon vor ein paar Wochen mit einer Freundin zum … naja. Nicht Shopping verabredet, eher zum „wir fahren mal in die Innenstadt, gucken wo’s nicht so voll ist und sitzen da auf einen Kaffee oder so im Freien“ verabredet. Jetzt brauchte ich aber tatsächlich was. Nachdem mir bei Twitter noch der Tipp gegeben wurde, zu Active am Niederwall zu gehen, war die Route klar.

Einwurf: Ich war seit März in keinem Geschäft. Also ok, Apotheke und Bäcker, das schon, konnte ich aber an einer Hand abzählen. Deshalb bin ich gestern mal kurz in den Supermarkt gegangen und habe „einkaufen gehen“ geübt. Call me crazy, it fits.

Laufschuhe

Long story short: ich habe jetzt Laufschuhe.

Danach waren wir noch im Buchladen, und ich hätte es fast geschafft, mehr Bücher für mich als fürs Kind zu kaufen, aber naja, nächstes Mal dann.

Inzwischen war’s in der Stadt schon etwas voller, und wir wissen ja alle, Corona ist vorbei. Darum trugen wir dann auch draußen teilweise unsere Alltagsmasken, während wir uns auf den Weg zum Nichtschwimmer machten.

Habe ich da schon gern gesessen und gegessen! Zum Glück haben sie dort einen großen Außenbereich, und zum Glück kann man dort wirklich alles essen, und das war wirklich ganz vorzüglich und sättigend. Wir rollten heim.

Curry im Nichtschwimmer

Nachmittags gab’s noch Familienbesuch, und abends musste ich ungefähr ein halbes Dutzend Conni-Bücher vorlesen, Eltern werden verstehen, warum ich jetzt müde bin. Das war jedenfalls ein guter Tag, obwohl ich nicht gearbeitet habe. Am Abends könnte ich mit etwas Ehrgeiz ein Langzeitprojekt auf die Zielgerade bringen, aber das muss gar nicht sein.

Ach, und fast das Beste vergessen: Die Belegexemplare vom Winter im Alten Land sind da, also wird’s langsam richtig ernst, ich sollte mir mal Gedanken machen, was ich euch in den kommenden Tagen über dieses Buch erzähle. Über Bea, Tom und die Bienen. Ich fang schon wieder das Schniefen an, wenn ich nur dran denke. Ich lieb die Geschichte so. Und dabei fing es damit so gänzlich unspektakulär an – auch da musste ich meine Meinung revidieren, es ist wie mit den Laufschuhen.

Waiting for the flow

am 17.9.2020 zu den Themen „Autorinnenleben“„Tagebuchbloggen“

Beim Schreiben ist es so – es gibt gute Tage, da geht richtig was. Es gibt schlechte Tage, da geht so ziemlich nix. Und es gibt die Tage mittendrin, die sind eigentlich die größte Quälerei, weil man ständig versucht, voranzukommen, man kommt aber schon gar nicht richtig rein und mäh. Und man macht natürlich trotzdem weiter, denn es gibt da etwas, das schaut gelegentlich vorbei und es ist so wunderbar.

Flow.

Heute war’s mal wieder soweit. Dabei fing der Morgen nicht besonders vielversprechend an. Aber als ich erst mal am Schreibtisch saß, ging’s eigentlich. Ich brauchte nur gewohnt lange, bis ich im Dokument drin war. Und dann wurde es immer leichter. Heute standen zwei ziemlich intensive Szenen auf dem Programm – die zweite ist auch noch nicht fertig, was total okay ist – und ich arbeitete erst an der einen, die sich echt sperrig anfühlte. Manchmal hilft es mir, wenn ich dann doch erst die andere schreibe, aber heute fühlte sich das nicht richtig an. Schreiben hat bei mir unheimlich viel mit Bauchgefühl zu tun, bisher bin ich damit ganz gut gefahren; hat aber auch lange gedauert, bis ich gelernt habe, darauf zu hören.

Als ich dann das sperrige, erste Teilstück bewältigt hatte und mich ins andere kniete, merkte ich, dass mein Unterbewusstsein (oder wer auch immer da im tiefen Brunnen der Kreativität hockt und mich in einem beständigen Strom mit Output versorgt) ordentlich vorgearbeitet hat in den vergangenen Tagen. Diese Tage, an denen man gefühlt nichts schafft – an denen schafft man nicht nichts, sondern man hat quasi im Hintergrund permanent ein Programm laufen, das an der Geschichte weiterarbeitet. Das Beste, was ich in der Situation machen kann: aushalten, abwarten, bei historischen Stoffen mit Recherche füttern. Habe ich getan, soweit es ging. Und heute setzte der Flow ein, und einen Großteil meines Pensums (und noch einiges mehr) schrieb ich einfach mal in einer knappen Stunde runter.

Bäm.

Danach ist’s dann meist gut. Ich brauche dann irgendwas zu essen, der Kopf ist etwas wattig, dann brauche ich Schlaf. Da hab ich mir aber durch zu viel Koffein ein Eigentor geschossen. Na gut, dann halt nicht.

Der Rest des Tages verging im Unspektakulären. Aber der Flow, der war gut.

Auch gut war, dass die Schmerzen von gestern (Nacken, Kopf, alle Gelenke von oben bis unten) sich vertan haben. Aber ich weiß, was ich zu tun habe. Die Schuhe, die ich beim Crossfit trage, taugen eben nicht fürs Laufen. Ahnte ich vorher, aber Versuch macht klug. Also gehe ich Samstag in die Stadt und kaufe Laufschuhe. (Ich schnappatme kurz, denn ich war seit März in keinem Geschäft außer Apotheke und Bäckereien, und letzteres kann ich wirklich an einer Hand abzählen. Ich werde berichten.)

Nein, danke.

am 16.9.2020 zum Thema „Tagebuchbloggen“

Blöder Tag, kann weg.

Fing aber gut an: eine kleine 3 km-Runde gelaufen, ohne Gehpause. Ich habe offenbar doch ein bisschen Kondition erworben, da drüben in der Crossfit-Box.

Musste heute in einem Wartezimmer ziemlich lange warten, das war anstrengend und schlimm, ich musste dort schon zu oft und viel zu lange warten. Habe darum viel geatmet. Atmen ist wichtig. Bei der Ärztin war aber zum Glück alles gut, aufatmen.

Der Tag war voll, der Kopf auch, der Schreibtisch wurde nicht leerer, das Haus versinkt im Chaos, alles wie immer. Morgen ist ein neuer Tag. Hoffentlich endlich wieder ein produktiver, das vermisse ich aktuell sehr.

Bitte heulen Sie jetzt.

am 15.9.2020 zu den Themen „Autorinnenleben“„Bilder“„Tagebuchbloggen“

Komisch. Gestern noch drüber unterhalten, dass man Alben (ja, hier. Musikalben. Von Künstlern!) doch als Ganzes hören sollte, weil sie im Idealfall eine Geschichte erzählen. Heute früh dann direkt am Schreibtisch in „Hospice“ von The Antlers gefallen. Böse Falle! Ich heule und schalte irgendwann auf Travis um.

Im Ernst – heulen ist nicht per se schlimm. Es zeigt halt, dass ich gerade ziemlich dicht dran an meinen Emotionen bin. Kann am Schreiben liegen, kann aber auch am Rest des Lebens liegen, das einen ja gerade dieses Jahr mit viel Sorgfalt auswringt. Und das kam jetzt so ein bisschen unpassend (wobei – wann bitte käme mir eine weltweite Pandemie gelegen? Wann käme sie irgendwem gelegen?), kaum war ich mühsam aus dem letztwinterigen Stimmungsloch gekrochen, schon knüppelte uns der März noch ein paar Tage zurück auf uns selbst geworfen zwischen die Beine. Danke für nix, 2020.

Beim Schreiben zu viel Musik gehört. Sehr geschickt, ich werde den Rest des Tages (mit deutlich mehr Menschen als mir genehm ist) vermutlich hoffnungslos überreizt verbringen. Denke ich. Aber dann …

… klingelte die Postbotin mit einem Briefumschlag. Groß, wattiert, das Logo vom Verlag vorne drauf. Das wird doch nicht …? Doch. Da musste ich dann wieder ein bisschen freueheulen, denn mein Septemberbuch ist hier. Bis es in die Läden und auf eure Lesegeräte kommt, dauert’s noch eine Woche, aber ich hielt es heute in der Hand und ließ es gar nicht mehr los.

Auch nicht abends auf dem Mäuerchen. Dorthin habe ich mich für eine Stunde mit meiner Freundin geschlichen. Das machen wir seit Mai so, einmal pro Woche, wenn’s geht und der Alltagswahnsinn es zulässt. Eine Stunde mit Themen, die heute von TERFs bis Kopfschmerzen reichen und heute auch nicht vor meiner eigenen Dämlichkeit Halt machten. Das Buch musste mit, ich mach jetzt eine Woche Bonding und es kommt überall mit hin. Es riecht aber auch so gut! Und fühlt sich so toll an! (Und es hat eine Playlist hinten drin, ich hoffe, die werdet ihr mögen, ich stelle sie euch bald vor.)

Ich weiß nicht, ob’s an dem ziemlich blöden Tag liegt, der mich morgen erwartet oder ob ich heute einfach zu viel an mich rangelassen habe – aber ich beschließe den Tag mit Kopfschmerzen. Den fiesen hinter der Stirn. Schnell wegschlafen!

Vom Gehen und vom Laufenlassen.

am 14.9.2020 zu den Themen „Autorinnenleben“„Tagebuchbloggen“

Am frühen Morgen* nach dem üblichen Morgenkram eine Runde um den Ententeich gedreht, mit Kladde und Kaffee. Gedanken sortieren, da geht’s grad ziemlich ab im Kopf. Aber das Gehen tat gut, ich sollte das häufiger tun. Oder doch laufen? Ich trau mich noch nicht, das wären ziemlich genau drei Kilometer.

Zurück am Schreibtisch habe ich mich zuerst gefreut, denn wie versprochen hat der Webmaster diese Webseite online geschaltet. Also dahin umgezogen, wo sie hingehört. Ihr wisst schon, was ich meine. Ich hatte schon fast wieder leichte Überforderungsgefühle. Aber was willste machen? Kannste nix machen. Ich wollte es ja so.

Die Arbeit wartet auch. Ich schreibe aktuell an „Die Dorfärztin 2 – Wege der Veränderung“, und da habe ich schon ein gutes Stück geschafft. Aktuell arbeite ich an einem Kapitel, das Ende der 1920er spielt. Da wechsele ich im Moment munter zwischen den Zeitebenen (je nachdem, welche mich gerade mehr reizt), bevor ich in der finalen Überarbeitung noch mal alles glattziehe. Es geht gewohnt schleppend voran. Montag halt.

Beim Schreiben dann wieder so einen „Booom“-Moment gehabt; was ich im Grunde schon seit Wochen ahnte, ist jetzt Gewissheit für eine Nebenfigur. Ich mach mir eine entsprechende Notiz und brauche mehr Lesestoff zu diesem heiklen Thema. Aber grundsätzlich ist es gut. Man sollte die Figuren einfach laufen lassen. Sie finden schon ihren Weg.

Nebenher dem Internet von diesem Blog erzählt, und das ist ja schon ein aufregender Moment nach so viel Blog-Abstinenz in den letzten Jahren. Ich wiederhole mich (ich werde das auch noch ein paarmal schreiben, bis es auch wirklich alle wissen), aber was Christian mit seiner Webwork-Manufaktur hier in den vergangenen Wochen im Maschinenraum dieses Blogs geleistet hat, ist wirklich fein und phänomenal. Ich freu mich jeden Tag darüber.

Mittags erst mal Nudeln mit Pesto (es muss schnell gehen), Erdgeschoss aufräumen (die übliche Bombe schlug dort gestern ein), lesen und ruhen.

Das Kind kam mit bester Laune heim, den Nachmittag mit Kram und Kochen vertändelt. Gleich noch das übliche Abendprogramm, schreiben wäre schön, vermutlich werde ich ermattet unter der fast fertigen Decke liegen und eine halbe Folge „Better Call Saul“ schauen, mehr geht da wohl nicht. Andererseits hatte ich vorhin noch einen Espresso aus der Macchinetta, und nun ja, es war eine ziemlich dunkle Röstung von Starbucks. Also lese ich die halbe Nacht. Auch schön.

Weiterhin brav die Angst veratmet, dass mein „Ein Winter im Alten Land“ euch nicht gefallen wird. Also alles wie immer. Noch acht Tage!

Recherchefund des Tages: Die „Brutkastenlüge“.

*früh ist relativ, meint hier tatsächlich 8:45. Ich weiß, manche sind da das erste Mal wieder müde.

Brötchen-Sonntag.

am 13.9.2020 zum Thema „Tagebuchbloggen“

Morgens ausgedöst, mit dem ersten Kaffee ins Bergwerk. Das Manuskript ist störrisch, aber jetzt habe ich ja das Blog, da kann man hervorragend prokrastinieren. Ich lege weiter Bücher an, fülle alles, was noch mit Blindtext verstopft ist und sitze dann etwas ratlos davor. Fertig? Fertig. Könnte ich dann ja dem Webmaster mitteilen, damit … Aber nein, so weit denke ich jetzt nicht, dann geht das Ding ja live und es gibt kein Zurück.

Sonntags gibt es als Mittagessen entweder Brötchen oder Pfannkuchen. Heute ist Brötchen-Sonntag. Danach ist es schon Zeit für eine Art Mittagsruhe. Das jüngste Familienmitglied hört Hörspiele, ich döse. Danach die Disziplin „irgendwie den Nachmittag rumkriegen“, heute mit einem Spielplatzbesuch, Brotbacken, einem Eis fürs Kind und Sonne für mich.

Abends dann gegrillt und dann auch – endlich! – wieder Football geschaut. Damit werden wir uns jetzt bis weit nach Mitternacht die Zeit vertreiben, ich werde noch letzte Dinge am Blog basteln, und dann ist auch schon morgen.

Frage des Tages: Wo habe ich gestern das Case meiner AirPods so gut weggelegt, als ich Podcasts beim Putzen hörte?

Keine besonderen Vorkommnisse.

am 12.9.2020 zum Thema „Tagebuchbloggen“

Give it a try.

Das erste Mal um sechs wach, aber das ist hier auch keine Zeit, für niemanden. Noch ein bisschen geschlummert und gedöst, bis wir dann so gegen halb acht doch mal nach unten kamen. Samstag, das bedeutet für mich, dass ich Zeit für mich habe – oder für das, was in der Woche liegen geblieben ist. Heute entschied ich mich dann mal gegen die Arbeit, die liegt da Montagfrüh auch noch.

Den Vormittag damit verbracht, ein Buch auszulesen und ein neues anzufangen. Beide mit jeweils gut 200 Seiten schön dünn, man hat fast das Gefühl, dass man was schafft.

Danach geputzt. Gesaugt. Dabei den neuen Podcast von Coach Esume und Björn Werner gehört, weil sie darin auch auf den Quarterback der Dallas Cowboys eingehen, der in der vergangenen Woche ein viel beachtetes Interview zu seinen Depressionen gab. Viel genickt. Denn ja, auch wenn du der Schlüsselspieler eines der beliebtesten Franchises beim Football bist, du darfst dich auch hinstellen und über deine Depressionen sprechen.

Pause gemacht. Ich glaube, ich hab auch mal ein bisschen länger als nur zehn Minuten geschlafen. Dann aber weiter geräumt und gesaugt, irgendwie ist das Haus dann doch ganz schön groß, wenn man mal in alle Ecken guckt. Was man auch nur schafft, wenn man allein ist.

Die Künstlersozialkasse möchte wissen, was ich 2021 so verdienen werde. Ja, das wüsste ich auch gern, also werfe ich den alljährlichen Blick in die Kristallkugel und schätze mal, was das wird. Könnte in zwei bis drei Monaten schon ganz anders aussehen, aber naja, man kann ja auch jederzeit das Arbeitsentgelt anpassen. Passt schon.

Der Rest des Tages vergeht in unspektakulärer Erledigung der vielen Dinge, die eben so erledigt werden müssen. Eine Folge Serie, dabei ein bisschen am Rand der Decke gestrickt. Und dann mit Buch ins Bett. Man könnte fast sagen: Keine besonderen Vorkommnisse.

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