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Dann eben lesen. (und häkeln.)

am 15.3.2021 zum Thema „Tagebuchbloggen“

Ich habe meine Winterziele bisher nicht alle verwirklicht, der Frühling klopft mit Hagelschauern und eisigem Wind an. Aprilwetter im März, mir soll’s recht sein; ich erledige ein paar Dinge, solange man ein paar Dinge erledigen kann.

Heute zum Beispiel bei der Post gewesen und ein Päckchen abgeholt. Ist ja etwas umständlich geworden, wenn man was in Großbritannien bestellt und es beim Bestellen nicht merkt. Jedenfalls: Paket befreit, Zoll entrichtet, dann noch einen Schlenker in den Buchladen zwei Straßen weiter, weil man ja eh gerade Maske trägt. Zweifelhafte Komplimente kann ich übrigens: „Sie haben ja ein angenehmes Desinfektionsmittel“ zum Buchhändler, er lächelte gequält. Glaube ich.

Jedenfalls: Buchladen. Zum ersten Mal seit Sommer. Zwei Bücher gefunden. Dann lese ich eben, denke ich. Was soll’s. Die Jogginghose ist auch noch nicht genäht, nicht mal zugeschnitten. Beim Nähen habe ich immer so eine Hemmschwelle, und ich hätte gern mehr als mal eine Stunde zwischen Tür und Angel dafür. Morgen vielleicht, denn morgen ist noch ein zweiter Pausentag.

Gestern habe ich nämlich das Manuskript für mein einziges Herbstbuch abgegeben. Etwas verspätet, weil. Und das einzige, auch weil; ursprünglich waren zwei geplant, aber ich schaffe nicht das, was ich unter normalen Umständen geschafft hätte, und darum habe ich die Notbremse gezogen und stieß beim Verlag auf wunderbares, bestes Verständnis. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – es dauert eben alles etwas länger. Ich bin kein unerschöpflicher Brunnen, und da ich seit einem Jahr kaum was Anderes sehe als meine Hood, ist auch das Auffüllen des Brunnens eher schwierig geworden.

Heute habe ich dann eine Decke vollendet. Die Häkeldecke. Nach der Strickdecke im letzten Jahr, die mich beim Lesen im Arbeitszimmer wärmt, ziert nun dies unser Sofa, vom Kind geliebt, vom Mann beäugt. Egal, oder? Erlaubt ist, was uns im Moment Kraft gibt, was uns das Leben etwas leichter macht.

Die Häkeldecke vom zweiten Lockdown. Fertig kurz vorm dritten …

Buch und Katze.

am 6.3.2021 zu den Themen „Gelesen“„Tagebuchbloggen“

graue Katze guckt skeptisch auf dem Sofa, ich sitze daneben und lese von Emilia Roig „why we matter – Das Ende der Unterdrückung“

Mehr braucht’s im Moment nicht. Und bevor ihr fragt: Nein, das ist nicht meine Katze.

Ich suche im Moment ziemlich verzweifelt nach diesen Momenten der Ruhe, sie entziehen sich mir so schnell. Mein Fokus ist völlig abhanden gekommen. Ständig in Gedanken dort, wo ich nicht sein will. Diese Unzufriedenheit mit sich selbst, weil nicht alles so läuft, wie’s soll. Ich wollte doch, ich war damit schon so viel weiter. Das betrifft viele Lebensbereiche: Ich wollte doch mehr Sport machen, ich war beim Aufräumen und Ausmisten schon so viel weiter, wieso gerate ich beim Schreiben so ins Schlingern, woher kommt denn jetzt diese unbändige Wut – unbändig, darüber denkt man dann nach und stellt fest, sie lässt sich wirklich nicht mehr bändigen. Und lesen, was ist daraus geworden, ständig hängt man auf Nachrichtenseiten, starrt Inzidenzwerte an, whatever. Ihr kennt das.

Das heute, das war ein seltener Tag. Ich hatte Zeit, stundenlang, ich konnte erst schlafen und dann fand ich ein Plätzchen ganz für mich allein. Mit Katze. Mit Buch. Das war sehr schön, ich kann das empfehlen. Und mehr war heute auch gar nicht los, ehrlich gesagt. Ich war ein bisschen mehr bei mir, das tat mir gut und ich hoffe, das gelingt nun wieder häufiger.

hallo, 2021.

am 4.1.2021 zu den Themen „Autorinnenleben“„Tagebuchbloggen“

Ich weiß ja noch nicht, was das mit uns beiden wird, für den Moment ist da wieder mal viel Unsicherheit und viel Angst.

Theoretisch wäre heute der erste Arbeitstag des Jahres. Praktisch habe ich bereits die letzten Tage am Schreibtisch verbracht und bin mal wieder eins der Manuskripte durchgegangen, die dieses Jahr erscheinen wird. Das erste. Im April als E-Book. Im Mai dann als Taschenbuch. Und das einzige, was ich denken kann, wenn ich daran denke: Mai ist gut, dann ist hoffentlich diese Winterwelle, ist es nun die zweite oder die dritte, man weiß so wenig. Bis dahin ist die hoffentlich ausgestanden, die Leute kaufen Bücher, fahren in den Url… Okay. Weiter denke ich nicht, das kommt mir aktuell sehr, sehr absurd vor. Aber ich sitze ja auch seit März hier, einzige Ausnahme ein paar Tage in SPO Anfang Juni.

Was ich sagen wollte: Das ist ein Teil der Unsicherheit. Der andere Teil ist, dass wir wohl nur hoffen können, dass wir gesund bleiben – und eben tun, was geht.

Montag war heute, richtig? Ich habe seit früh um halb acht das kleine Mädchen bespaßt, habe uns mittags bekocht, Brot gebacken, Wäsche gemacht, habe ein paar Dinge bei Kleinanzeigen reingestellt, eine Bücherkiste für den Verkauf zusammengestellt – was man so tut als Autorin … Ach so, das tut man gar nicht als Autorin? Ja, schau an.

Wenigstens die Verpflegung ist hier gut.

Ich will jetzt auch gar nicht das Klagelied aller Eltern anstimmen, das bekommt ihr nicht von mir. Es ist, wie es ist. Wir sind beide voll berufstätig. Der Mann kam immerhin so früh, dass ich einen Teil meiner konzentrierten, fokussierten Arbeit vor dem Abendbrot angehen konnte. Den Rest mache ich dann später. Er macht Homeoffice, soweit das möglich ist, ich mache sieben-Tage-Wochen bis auf weiteres. That’s the spirit.

Wenn man sich bei allem, was man so tut, bewusst macht, dass das mit Weltstädten ja auch nicht an einem Tag ging – dann wird so ein Romanmanuskript oder das Ausmisten eines Hauses, das man jahrelang aus Gründen verschleppt hat, zu einem Projekt, das schon mal ein paar Monate füllt. Und das ist okay, man sollte einfach dranbleiben und sich nicht an dem stören, was nicht klappt, sondern sich eher über das freuen, was klappt.

Und jetzt habe ich noch Schreibzeit. Kaffee wirkt aktuell hervorragend bei mir, ich komme mit etwas weniger Schlaf aus, seit ich wieder laufe. Alles wird gut. Alles. Wird. Gut.

Back to business.

am 15.12.2020 zum Thema „Autorinnenleben“

Im doppelten Sinne.

Als wir im März in den Lockdown gingen, teilten der Mann und ich uns die Arbeit auf: halbe Tage saß er im Arbeitszimmer, halbe Tage ich, wer nicht arbeitete, betreute das Kind. Was wir tagsüber nicht schafften, arbeiteten wir abends nach. Das funktionierte irgendwie, wir haben es über zwei Monate sieben Tage die Woche durchgezogen.

And here we go again.

Seit gestern ist das kleine Mädchen daheim. Mindestens bis 10.1., aber wenn ich auf die Zahlen gucke und mal so ein bisschen gesunden Menschenverstand und mathematisches Denken bemühe, wird es wohl eher länger dauern. Diesmal können wir uns nicht so perfekt aufteilen, das bedeutet für mich mehr Nachtschichten, weniger Me-Time. Als hätte ich’s geahnt, habe ich schon in der Vorwoche einfach mal nichts gemacht, ich war einfach völlig erledigt von diesem Jahr.

Und jetzt passierte etwas Erstaunliches. Sobald feststand, dass die Kitas eben nicht mehr betreuen können (also, sie können, sie würden auch wollen, NRW ist in der Hinsicht einfach nur unfair zu den Eltern und Erzieher:innen, aber ich will mich nicht aufregen, ommmmm …), jedenfalls: sobald das feststand, saß ich erst mal zwei Tage heulend auf dem Sofa. Und dann kickte die Resilienz. Dann halt so, dachte ich, schlief zwei Nächte drüber, schrieb eine Liste der Dinge, die in den nächsten zwei bis drei Monaten erledigt werden müssen. Dann wurde mir leicht übel, aber nützt ja nix: Wir schaffen das. Irgendwie.

Ich wünsch euch da draußen viel Kraft für die kommenden Wochen. Und eine gute Zeit wünsche ich euch, bald ist Weihnachten, ich hoffe, ihr könnt die Festtage gesund und munter feiern, mit Abstand, mit ein paar Lieben, mit vielen Büchern unter Weihnachtsbaum.

Heute kam dann noch die Nachricht, dass „Der kleine Weihnachtsbuchladen am Meer“ in die 3. Auflage gegangen ist, große Freude bei mir, er liegt wohl auf ein paar Gabentischen, der kleine, freche Steadyseller.

Weshalb ich schreibe:

am 9.12.2020 zum Thema „Autorinnenleben“

Bei meiner alltäglichen Runde über die Onlinebuchhändlerportale, um zu schauen, ob es neue Rezensionen gibt, stieß ich heute auf eine so schöne bei Thalia. Eine Leserin fand die allerschönsten Worte für „Ein Winter im Alten Land“:

Julie Peters hat eine so leichte, eingängige und bildhafte Ausdrucksweise. Durch sie fühle ich mich so wohl in dem kleinen heimeligen Haus von Tom, sitze gemeinsam mit ihm und Bea auf einem kleinen Schlitten, schaue den Bienen zu und stehe mir auf dem Weihnachtsmarkt die kalten Füße in den Bauch. Die Adventsstimmung ist überall greifbar, mal gemütlich, mal hektisch – ganz wie im richtigen Leben. Genau so kommen auch die Protagonisten rüber, wie Menschen wie du und ich, mit Ecken und Kanten, Problemen und kleinen Sorgen. (…) Ich bekomme mit diesem Buch keine rührselig-kitschige Weihnachtsgeschichte, sondern eine in der Vorweihnachtszeit spielende sehr emotionale, feinfühlige und die Seele wärmende Geschichte. Genau das Richtige um an einem Winterabend mit einer heißen Tasse Kakao, eingekuschelt in eine warme Decke, abzuschalten. 

Rezension von gaby2707 bei Thalia.de vom 08.12.2020

Und ich merke: Dafür mache ich das. Damit ich Leser:innen auf diese Weise abhole, dass sie sich ein paar Stunden entspannen können. Gerade in dieser Zeit. Verrückt: Ich bekam bei dieser Rezension direkt Lust, mein eigenes Buch noch mal zu lesen, mit so viel Verve und Liebe wird hier die Geschichte beschrieben.

current mood: Dankbarkeit

Do what you burn for.

am 27.11.2020 zu den Themen „Autorinnenleben“„Tagebuchbloggen“

Ich merke: Ans Bloggen muss ich mich noch etwas mehr herantasten, es ist nicht mehr so im Blut wie früher. Aber dafür liegt mir ja das andere Schreiben im Blut, denn jeden Morgen, wie ein Uhrwerk, gehe ich in das Arbeitszimmer, setze mich an den Schreibtisch und mache weiter.

Ich bin dankbar dafür. Dass es den Tagen Struktur gibt. Dass es mir in den vergangenen Monaten Halt gab. Dass ich weiß, wofür ich das tue. Für mich, weil die Geschichten raus wollen. Für meine Leser*innen, von denen ich immer wieder auf den verschiedenen Kanälen höre, wie gut ihnen die Geschichten gefallen. Auch, was ihnen nicht so gut gefallen habe. Ich merke – anders als früher, vor zehn oder zwölf Jahren – dass auch das für mich okay ist. Früher empfand ich „negative“ Rezensionen oft als … ja, puh. Beinahe als Beleidigung? Das klingt fast zu hart. Aber ich war unsicher, und jede Kritik an meinen Büchern empfand ich als Kritik an mir als Autorin und wollte sie reflexartig abwehren.

Inzwischen ist das anders. Es lässt mich nicht kalt, wenn jemand begründete Kritik übt; ich kann darüber nachdenken und manchmal nehme ich auch etwas für mich und mein Schreiben mit. (Was euch jetzt bitte nicht ermuntern sollte, mir reihenweise schlechte Rezensionen zu schreiben, bitte!!!) Rezensionen sind tatsächlich wichtig; sie helfen Leser*innen, sich für oder gegen ihr nächstes Buch zu entscheiden, und je exakter sie das Buch spiegeln, umso besser kann ein*e Leser*in entscheiden, ob si*er das Buch gern lesen möchte. Mir geht’s da nicht anders.

Und so werde ich weiterhin eure Rezensionen und eure Anmerkungen lesen, bei Twitter, Facebook, Instagram, bei den großen Onlinehändlern. Und dann blende ich alles aus, ich starte das Schreibprogramm und mache weiter. Aktuell mit dem ersten Band einer Trilogie, der im Herbst 2021 erscheint. Es dauert noch ein bisschen, bis ich mehr erzählen kann, aber dann!

Ich mache weiter mit dem, wofür ich brenne. Weil es sich verdammt noch mal so sehr lohnt.

Das Virus und wir.

am 21.10.2020 zum Thema „Tagebuchbloggen“

„Das ist ein Marathon, kein Sprint.“ Ja, ja, ich kann’s nicht mehr hören, ehrlich gesagt. Wir richten uns alle auf einen langen Winter ein. Uff.

Aber da sind wir, und heute, ja. Heute habe ich auch die vielbeschriebene pandemic fatigue bei mir bemerkt. Ich mag nicht mehr. Immer, überall über alles mögliche nachdenken. Spieldates planen, sodass sie pandemiekonform sind. Das Kind mit den Großeltern zusammenbringen. Nicht mal eben nach Berlin oder München zu einem meiner Verlage fahren. Oder zu meiner Agentin, die ich seit sechs Jahren nicht gesehen habe und einfach mal in den Arm nehmen möchte, weil sie eben die weltbeste ist. (Ja, auch ich umarme. Selten, aber ich tu’s.) Oder unbeschwert mit Freunden im Restaurant essen, Wein trinken. Unbeschwert! Das ist es vor allem.

Und es gibt noch etwas, das mich ziemlich nervt. Ich bin eine miserable Leserin geworden in den letzten Monaten. Ich weiß nicht, ob es da einen Zusammenhang gibt, aber Romane breche ich in den aller-allermeisten Fällen nach ziemlich genau der Hälfte ab mit einem „ja, puh. Kennt man doch alles schon“, und ehrlich, das ist doch wurscht, selbst wenn man schon alles kennt.

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Okay. Alles kennt man vielleicht nicht. Die Pandemie ist auch da sehr um uns bemüht, neue Formen der Literatur hervorzubringen, aber auch ich habe Grenzen dessen, was ich mal anlesen würde. Meinetwegen auch Berührungsängste, aber Corona-Erotik? Sex mit einem Virus? Dann doch lieber ohne Körperkontakt, danke. Brrr.

Voller Kopf.

am 20.10.2020 zum Thema „Autorinnenleben“

Während draußen die zweite Welle der Corona-Pandemie rollt, habe ich’s hier drin relativ kuschelig. Klar, wir sind ja eh vorsichtig, waren wir das ganze Jahr, es ist jetzt keine so große Umstellung für mich. Mir fehlt einiges, aber das halte ich aus; wichtiger ist mir, dass das kleine Mädchen weiterhin sicher zur Kita kann. Und meine Unruhe rührt weniger daher, dass ich fürchte, es könnte sich eine:r von unserer kleinen Familie oder den Großeltern anstecken (okay, bisschen Sorgen macht man sich schon angesichts knallroter Kreise ringsum, und unsere Heimatstadt ist ja auch längst Risikogebiet …), sondern: naja. Ob andere Dinge gut ausgehen werden.

Ich habe nämlich den Sommer neben meiner Arbeit an den aktuellen Projekten mehr oder weniger damit vertändelt, eine Leseprobe zu schreiben, an einem Exposé zu feilen undsoweiter. Falls ich gerade jammere, dass ich meinem Arbeitsplan hinterher hinke: Daran könnt’s liegen. Heute zum Beispiel habe ich deshalb eine halbe Stunde meiner wertvollen Arbeitszeit damit sinnvoll vertan, mit meiner Agentin zu telefonieren. Die Agentin ist super, das Telefonat sowieso, und jetzt wissen wir, was wir mit dieser Leseprobe machen. Auch gut.

Dass gestern ein Verlag signalisiert hat, dass es für das Frühlingsbuch eine Fortsetzung geben wird, ist da fast Randnotiz. Aber nur fast. Maaaan. Ich möchte euch endlich dieses Frühlingsbuch zeigen, ey. Ich bin so stolz drauf, so happy mit dem Cover, so absolut überwältigt von den bisherigen Rückmeldungen. Der Verlag legt sich richtig ins Zeug für diese Geschichte, und bald, bald, bald … darf ich euch mehr erzählen.

Deshalb surfe ich übrigens jetzt täglich über die Verlagsseiten. Gucken, ob die Vorschauen schon „on“ sind, denn danach dürfte ich auch mein Cover zeigen und mehr erzählen. Jedenfalls: Piper hat den Reigen fürs kommende Frühjahr eröffnet, und das erfreut mein Herz besonders, denn: Mit der nächsten Pipervorschau in sechs Monaten, die dann für Herbst 2021 gilt, erwartet euch und mich wieder ein Buch in diesem wundervollen Verlag. So schließt sich ein Kreis, denn meine erste Veröffentlichung bei einem großen Verlag, damals 2009? Das war bei Piper.

Und das ist ein fast normaler Wochenanfang für mich. Nur fast, denn: Das Büchermachen geht weiter, ich lasse mich von der Pandemie nicht bremsen, die Verlage auch nicht nach dem ersten Schreck. Ich freu mich so!

Ach ja, und wenn ich trotzdem wieder müde bin von der Aufregung, von der Pandemie, von allem? Einfach ein paar Reihen weben. Das hilft erstaunlich gut. Hin und her, hin und her. Und gelegentlich drübergucken, weil’s so schön aussieht.

Volle Tage.

am 15.10.2020 zu den Themen „Autorinnenleben“„mit der Hand gearbeitet“„Tagebuchbloggen“

Ich möchte mir gern angewöhnen, zukünftig mehr oder weniger täglich hier zu schreiben, wie’s uns geht. Mir mit der Arbeit und meiner Familie mit der #aktuellensituation.

Die Arbeit: schleppend. Ganz schlechte Frage. Aber dank Rücksprache mit der Lektorin habe ich die Lösung für ein Problem bei Leni 2 aufgetan. Andere Dinge entwickeln sich auch, aber da ist noch nichts spruchreif. Und ich zähle die Tage, bis ich euch mein Frühlingsbuch vorstellen darf, das nicht beim Hausverlag erscheinen wird, sondern beim Zweitverlag. Das Cover ist so schön!

Wenn ich nicht arbeite oder das Kind betreue, muss ich die Hände beschäftigen. Und dabei läuft abends – shame on me – vermehrt der Fernseher. Nachrichtenjunkie’s back. Vorgestern fragte ich noch den Liebsten, wo denn das ZDF spezial bleibt, das fehle mir noch zum Pandemie-Feeling. Denn ja, nach einem relativ ruhigen Sommer steigen die Infektionszahlen, ist ja nicht so, als hätte man uns das nicht schon im Frühjahr prophezeit. Aber nun sind sie da, ich bin wieder voll im Krisenmodus – trotzdem ist einiges anders. Noch kann das Kind in die Kita gehen. Noch kann der Mann im normalen Turnus arbeiten.

Aber ich habe gestern mal einen virtuellen Warenkorb mit Bastelmaterialien und Kinderbeschäftigung befüllt und die Bestellung auch direkt abgeschickt. Nur für den Fall, ihr wisst schon. Um mich mache ich mir ja keine Sorgen – meine Beschäftigung ist gesichert. Aber wenn die Kita schließt, egal ob dauerhaft oder „nur“ wegen Quarantäne (letzteres fände ich besorgniserregender), will ich vorbereitet sein. Sonntag habe ich bereits den roten Milo für das Kind begonnen, nachdem ich merkte, dass für meine Jacke die Wolle nicht reichen wird und ich deshalb einen Strang nachbestellen muss (die ist natürlich gerade nicht lieferbar. Falls jemand einen gut abgelagerten Strang Wollmeise DK in der Farbe Moses loswerden möchte, freue ich mich über Meldung.).

Seht ihr das kleine Herz, das ich da eingestrickt habe? Das gefällt mir richtig gut. Das brauchen wir jetzt alle – ein bisschen mehr Herz, um in den kommenden Wochen für uns die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Bleibt gesund!

Let’s call it Fall Bucket List

am 7.10.2020 zum Thema „mit der Hand gearbeitet“

Ich weiß nicht, wie es euch geht. Vielleicht seid ihr auch ganz entspannt, wenn ihr nach draußen schaut (Herbst!) und an die kommenden Wochen und Monate denkt (Winter, kalt, dunkel). Aber mich macht das unruhig. Denn es ist so: da draußen ist dann auch Pandemie.

Und ich habe ja das Glück, dass ich ziemlich introvertiert bin und sehr gerne was daheim mache – im Sinne von: still herumsitzen und diversen Hobbys nachgehen. Die dann in vielen Fällen mit Fasern, Stoffen und Co. einhergehen. Zeit also, mal so eine Liste der Dinge aufzustellen, die ich in den kommenden Monaten vorhabe:

  • Decke fertigstellen: es müssen wirklich nur ein paar Fäden vernäht werden, dann ist der gestrickte Hue Shift Afghan fertig.
  • das Tuch Celestarium fertigstricken: Da habe ich knapp die Hälfte geschafft; „leider“ würde ich außerdem noch die Lacekante mit zusätzlichen Perlen stricken, kann also dauern. Ist mein Sonntagabendprojekt beim Football.
  • die Jule-Jacke: Immerhin schon bei den Ärmeln angelangt. Es wird!
  • theoretisch einen zweiten Hue Shift Afghan stricken, ich vermute aber, das wird dann erst 2021 losgehen. Die Wolle liegt hier schon.
  • das Kind wünscht einen roten Milo – das ist natürlich schnell gemacht verglichen mit den anderen Projekten.
  • ich kann einfach nicht klein: eine Granny Stripe Blanket liegt hier ebenso noch und wartet auf ein paar Streifen wie die Hexagon Grey auf sehr, sehr viele Sechsecke.
  • letzte Woche habe ich nach langem Überlegen den Webrahmen vom Dachboden geholt. Und direkt eine Kette geschärt (geschoren?), na, aufgezogen halt und auch angefangen zu weben. Erst mal ein ganz schlichtes Tuch, ich merke aber schon den Suchtfaktor. Wir werden sehen.
  • das Kind braucht Schlafanzüge, und ich habe das unfassbare Glück, dass mich die Lust am Nähen auch wieder gepackt hat. Also los! Auch ein paar Sachen für ihre Puppe werden vielleicht dabei abfallen …
  • Puppe ist das Stichwort. Aus Gründen habe ich vor einer Weile begonnen, eine Puppe zu nähen. Diese braucht nicht mehr viele Arbeitsschritte zur Fertigstellung und benötigt dann natürlich auch eine angemessene Garderobe. Das ist gut, dann kriege ich die ganzen Stoffreste mal weg. (Insert a haha here.)
  • Handlettering lernen.

Habe ich was vergessen? Bestimmt. Mir ist bewusst, dass sich das alles nach sehr viel anhört; ich schätze, wenn ich die Hälfte schaffe, wäre das mehr als ich selbst von mir erwarte. Allein die Decken fordern schon eine Menge Zeit und Energie ein.

Aber ich bin froh, dass ich so viele Hobbys habe, sie pflege und sie mir die dunklen Abende und die lange Winterzeit versüßen. In den kommenden Monaten werde ich euch sicher gelegentlich mitnehmen und euch zeigen, was hier neben den Romanen entsteht – denn klar, die schreibe ich weiterhin, da kommt bald noch sehr vieles auf euch zu! (Ich bin deshalb ein bisschen aufgeregt …)

Habt ihr Ideen, was ihr in den kommenden Monaten machen werdet? Pläne, Projekte, gibt es etwas, das ihr immer schon mal lernen wolltet?

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