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Back to business.

am 15.12.2020 zum Thema „Autorinnenleben“

Im doppelten Sinne.

Als wir im März in den Lockdown gingen, teilten der Mann und ich uns die Arbeit auf: halbe Tage saß er im Arbeitszimmer, halbe Tage ich, wer nicht arbeitete, betreute das Kind. Was wir tagsüber nicht schafften, arbeiteten wir abends nach. Das funktionierte irgendwie, wir haben es über zwei Monate sieben Tage die Woche durchgezogen.

And here we go again.

Seit gestern ist das kleine Mädchen daheim. Mindestens bis 10.1., aber wenn ich auf die Zahlen gucke und mal so ein bisschen gesunden Menschenverstand und mathematisches Denken bemühe, wird es wohl eher länger dauern. Diesmal können wir uns nicht so perfekt aufteilen, das bedeutet für mich mehr Nachtschichten, weniger Me-Time. Als hätte ich’s geahnt, habe ich schon in der Vorwoche einfach mal nichts gemacht, ich war einfach völlig erledigt von diesem Jahr.

Und jetzt passierte etwas Erstaunliches. Sobald feststand, dass die Kitas eben nicht mehr betreuen können (also, sie können, sie würden auch wollen, NRW ist in der Hinsicht einfach nur unfair zu den Eltern und Erzieher:innen, aber ich will mich nicht aufregen, ommmmm …), jedenfalls: sobald das feststand, saß ich erst mal zwei Tage heulend auf dem Sofa. Und dann kickte die Resilienz. Dann halt so, dachte ich, schlief zwei Nächte drüber, schrieb eine Liste der Dinge, die in den nächsten zwei bis drei Monaten erledigt werden müssen. Dann wurde mir leicht übel, aber nützt ja nix: Wir schaffen das. Irgendwie.

Ich wünsch euch da draußen viel Kraft für die kommenden Wochen. Und eine gute Zeit wünsche ich euch, bald ist Weihnachten, ich hoffe, ihr könnt die Festtage gesund und munter feiern, mit Abstand, mit ein paar Lieben, mit vielen Büchern unter Weihnachtsbaum.

Heute kam dann noch die Nachricht, dass „Der kleine Weihnachtsbuchladen am Meer“ in die 3. Auflage gegangen ist, große Freude bei mir, er liegt wohl auf ein paar Gabentischen, der kleine, freche Steadyseller.

Weshalb ich schreibe:

am 9.12.2020 zum Thema „Autorinnenleben“

Bei meiner alltäglichen Runde über die Onlinebuchhändlerportale, um zu schauen, ob es neue Rezensionen gibt, stieß ich heute auf eine so schöne bei Thalia. Eine Leserin fand die allerschönsten Worte für „Ein Winter im Alten Land“:

Julie Peters hat eine so leichte, eingängige und bildhafte Ausdrucksweise. Durch sie fühle ich mich so wohl in dem kleinen heimeligen Haus von Tom, sitze gemeinsam mit ihm und Bea auf einem kleinen Schlitten, schaue den Bienen zu und stehe mir auf dem Weihnachtsmarkt die kalten Füße in den Bauch. Die Adventsstimmung ist überall greifbar, mal gemütlich, mal hektisch – ganz wie im richtigen Leben. Genau so kommen auch die Protagonisten rüber, wie Menschen wie du und ich, mit Ecken und Kanten, Problemen und kleinen Sorgen. (…) Ich bekomme mit diesem Buch keine rührselig-kitschige Weihnachtsgeschichte, sondern eine in der Vorweihnachtszeit spielende sehr emotionale, feinfühlige und die Seele wärmende Geschichte. Genau das Richtige um an einem Winterabend mit einer heißen Tasse Kakao, eingekuschelt in eine warme Decke, abzuschalten. 

Rezension von gaby2707 bei Thalia.de vom 08.12.2020

Und ich merke: Dafür mache ich das. Damit ich Leser:innen auf diese Weise abhole, dass sie sich ein paar Stunden entspannen können. Gerade in dieser Zeit. Verrückt: Ich bekam bei dieser Rezension direkt Lust, mein eigenes Buch noch mal zu lesen, mit so viel Verve und Liebe wird hier die Geschichte beschrieben.

current mood: Dankbarkeit

Do what you burn for.

am 27.11.2020 zu den Themen „Autorinnenleben“„Tagebuchbloggen“

Ich merke: Ans Bloggen muss ich mich noch etwas mehr herantasten, es ist nicht mehr so im Blut wie früher. Aber dafür liegt mir ja das andere Schreiben im Blut, denn jeden Morgen, wie ein Uhrwerk, gehe ich in das Arbeitszimmer, setze mich an den Schreibtisch und mache weiter.

Ich bin dankbar dafür. Dass es den Tagen Struktur gibt. Dass es mir in den vergangenen Monaten Halt gab. Dass ich weiß, wofür ich das tue. Für mich, weil die Geschichten raus wollen. Für meine Leser*innen, von denen ich immer wieder auf den verschiedenen Kanälen höre, wie gut ihnen die Geschichten gefallen. Auch, was ihnen nicht so gut gefallen habe. Ich merke – anders als früher, vor zehn oder zwölf Jahren – dass auch das für mich okay ist. Früher empfand ich „negative“ Rezensionen oft als … ja, puh. Beinahe als Beleidigung? Das klingt fast zu hart. Aber ich war unsicher, und jede Kritik an meinen Büchern empfand ich als Kritik an mir als Autorin und wollte sie reflexartig abwehren.

Inzwischen ist das anders. Es lässt mich nicht kalt, wenn jemand begründete Kritik übt; ich kann darüber nachdenken und manchmal nehme ich auch etwas für mich und mein Schreiben mit. (Was euch jetzt bitte nicht ermuntern sollte, mir reihenweise schlechte Rezensionen zu schreiben, bitte!!!) Rezensionen sind tatsächlich wichtig; sie helfen Leser*innen, sich für oder gegen ihr nächstes Buch zu entscheiden, und je exakter sie das Buch spiegeln, umso besser kann ein*e Leser*in entscheiden, ob si*er das Buch gern lesen möchte. Mir geht’s da nicht anders.

Und so werde ich weiterhin eure Rezensionen und eure Anmerkungen lesen, bei Twitter, Facebook, Instagram, bei den großen Onlinehändlern. Und dann blende ich alles aus, ich starte das Schreibprogramm und mache weiter. Aktuell mit dem ersten Band einer Trilogie, der im Herbst 2021 erscheint. Es dauert noch ein bisschen, bis ich mehr erzählen kann, aber dann!

Ich mache weiter mit dem, wofür ich brenne. Weil es sich verdammt noch mal so sehr lohnt.

Das Virus und wir.

am 21.10.2020 zum Thema „Tagebuchbloggen“

„Das ist ein Marathon, kein Sprint.“ Ja, ja, ich kann’s nicht mehr hören, ehrlich gesagt. Wir richten uns alle auf einen langen Winter ein. Uff.

Aber da sind wir, und heute, ja. Heute habe ich auch die vielbeschriebene pandemic fatigue bei mir bemerkt. Ich mag nicht mehr. Immer, überall über alles mögliche nachdenken. Spieldates planen, sodass sie pandemiekonform sind. Das Kind mit den Großeltern zusammenbringen. Nicht mal eben nach Berlin oder München zu einem meiner Verlage fahren. Oder zu meiner Agentin, die ich seit sechs Jahren nicht gesehen habe und einfach mal in den Arm nehmen möchte, weil sie eben die weltbeste ist. (Ja, auch ich umarme. Selten, aber ich tu’s.) Oder unbeschwert mit Freunden im Restaurant essen, Wein trinken. Unbeschwert! Das ist es vor allem.

Und es gibt noch etwas, das mich ziemlich nervt. Ich bin eine miserable Leserin geworden in den letzten Monaten. Ich weiß nicht, ob es da einen Zusammenhang gibt, aber Romane breche ich in den aller-allermeisten Fällen nach ziemlich genau der Hälfte ab mit einem „ja, puh. Kennt man doch alles schon“, und ehrlich, das ist doch wurscht, selbst wenn man schon alles kennt.

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Okay. Alles kennt man vielleicht nicht. Die Pandemie ist auch da sehr um uns bemüht, neue Formen der Literatur hervorzubringen, aber auch ich habe Grenzen dessen, was ich mal anlesen würde. Meinetwegen auch Berührungsängste, aber Corona-Erotik? Sex mit einem Virus? Dann doch lieber ohne Körperkontakt, danke. Brrr.

Voller Kopf.

am 20.10.2020 zum Thema „Autorinnenleben“

Während draußen die zweite Welle der Corona-Pandemie rollt, habe ich’s hier drin relativ kuschelig. Klar, wir sind ja eh vorsichtig, waren wir das ganze Jahr, es ist jetzt keine so große Umstellung für mich. Mir fehlt einiges, aber das halte ich aus; wichtiger ist mir, dass das kleine Mädchen weiterhin sicher zur Kita kann. Und meine Unruhe rührt weniger daher, dass ich fürchte, es könnte sich eine:r von unserer kleinen Familie oder den Großeltern anstecken (okay, bisschen Sorgen macht man sich schon angesichts knallroter Kreise ringsum, und unsere Heimatstadt ist ja auch längst Risikogebiet …), sondern: naja. Ob andere Dinge gut ausgehen werden.

Ich habe nämlich den Sommer neben meiner Arbeit an den aktuellen Projekten mehr oder weniger damit vertändelt, eine Leseprobe zu schreiben, an einem Exposé zu feilen undsoweiter. Falls ich gerade jammere, dass ich meinem Arbeitsplan hinterher hinke: Daran könnt’s liegen. Heute zum Beispiel habe ich deshalb eine halbe Stunde meiner wertvollen Arbeitszeit damit sinnvoll vertan, mit meiner Agentin zu telefonieren. Die Agentin ist super, das Telefonat sowieso, und jetzt wissen wir, was wir mit dieser Leseprobe machen. Auch gut.

Dass gestern ein Verlag signalisiert hat, dass es für das Frühlingsbuch eine Fortsetzung geben wird, ist da fast Randnotiz. Aber nur fast. Maaaan. Ich möchte euch endlich dieses Frühlingsbuch zeigen, ey. Ich bin so stolz drauf, so happy mit dem Cover, so absolut überwältigt von den bisherigen Rückmeldungen. Der Verlag legt sich richtig ins Zeug für diese Geschichte, und bald, bald, bald … darf ich euch mehr erzählen.

Deshalb surfe ich übrigens jetzt täglich über die Verlagsseiten. Gucken, ob die Vorschauen schon „on“ sind, denn danach dürfte ich auch mein Cover zeigen und mehr erzählen. Jedenfalls: Piper hat den Reigen fürs kommende Frühjahr eröffnet, und das erfreut mein Herz besonders, denn: Mit der nächsten Pipervorschau in sechs Monaten, die dann für Herbst 2021 gilt, erwartet euch und mich wieder ein Buch in diesem wundervollen Verlag. So schließt sich ein Kreis, denn meine erste Veröffentlichung bei einem großen Verlag, damals 2009? Das war bei Piper.

Und das ist ein fast normaler Wochenanfang für mich. Nur fast, denn: Das Büchermachen geht weiter, ich lasse mich von der Pandemie nicht bremsen, die Verlage auch nicht nach dem ersten Schreck. Ich freu mich so!

Ach ja, und wenn ich trotzdem wieder müde bin von der Aufregung, von der Pandemie, von allem? Einfach ein paar Reihen weben. Das hilft erstaunlich gut. Hin und her, hin und her. Und gelegentlich drübergucken, weil’s so schön aussieht.

Volle Tage.

am 15.10.2020 zu den Themen „Autorinnenleben“„mit der Hand gearbeitet“„Tagebuchbloggen“

Ich möchte mir gern angewöhnen, zukünftig mehr oder weniger täglich hier zu schreiben, wie’s uns geht. Mir mit der Arbeit und meiner Familie mit der #aktuellensituation.

Die Arbeit: schleppend. Ganz schlechte Frage. Aber dank Rücksprache mit der Lektorin habe ich die Lösung für ein Problem bei Leni 2 aufgetan. Andere Dinge entwickeln sich auch, aber da ist noch nichts spruchreif. Und ich zähle die Tage, bis ich euch mein Frühlingsbuch vorstellen darf, das nicht beim Hausverlag erscheinen wird, sondern beim Zweitverlag. Das Cover ist so schön!

Wenn ich nicht arbeite oder das Kind betreue, muss ich die Hände beschäftigen. Und dabei läuft abends – shame on me – vermehrt der Fernseher. Nachrichtenjunkie’s back. Vorgestern fragte ich noch den Liebsten, wo denn das ZDF spezial bleibt, das fehle mir noch zum Pandemie-Feeling. Denn ja, nach einem relativ ruhigen Sommer steigen die Infektionszahlen, ist ja nicht so, als hätte man uns das nicht schon im Frühjahr prophezeit. Aber nun sind sie da, ich bin wieder voll im Krisenmodus – trotzdem ist einiges anders. Noch kann das Kind in die Kita gehen. Noch kann der Mann im normalen Turnus arbeiten.

Aber ich habe gestern mal einen virtuellen Warenkorb mit Bastelmaterialien und Kinderbeschäftigung befüllt und die Bestellung auch direkt abgeschickt. Nur für den Fall, ihr wisst schon. Um mich mache ich mir ja keine Sorgen – meine Beschäftigung ist gesichert. Aber wenn die Kita schließt, egal ob dauerhaft oder „nur“ wegen Quarantäne (letzteres fände ich besorgniserregender), will ich vorbereitet sein. Sonntag habe ich bereits den roten Milo für das Kind begonnen, nachdem ich merkte, dass für meine Jacke die Wolle nicht reichen wird und ich deshalb einen Strang nachbestellen muss (die ist natürlich gerade nicht lieferbar. Falls jemand einen gut abgelagerten Strang Wollmeise DK in der Farbe Moses loswerden möchte, freue ich mich über Meldung.).

Seht ihr das kleine Herz, das ich da eingestrickt habe? Das gefällt mir richtig gut. Das brauchen wir jetzt alle – ein bisschen mehr Herz, um in den kommenden Wochen für uns die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Bleibt gesund!

Let’s call it Fall Bucket List

am 7.10.2020 zum Thema „mit der Hand gearbeitet“

Ich weiß nicht, wie es euch geht. Vielleicht seid ihr auch ganz entspannt, wenn ihr nach draußen schaut (Herbst!) und an die kommenden Wochen und Monate denkt (Winter, kalt, dunkel). Aber mich macht das unruhig. Denn es ist so: da draußen ist dann auch Pandemie.

Und ich habe ja das Glück, dass ich ziemlich introvertiert bin und sehr gerne was daheim mache – im Sinne von: still herumsitzen und diversen Hobbys nachgehen. Die dann in vielen Fällen mit Fasern, Stoffen und Co. einhergehen. Zeit also, mal so eine Liste der Dinge aufzustellen, die ich in den kommenden Monaten vorhabe:

  • Decke fertigstellen: es müssen wirklich nur ein paar Fäden vernäht werden, dann ist der gestrickte Hue Shift Afghan fertig.
  • das Tuch Celestarium fertigstricken: Da habe ich knapp die Hälfte geschafft; „leider“ würde ich außerdem noch die Lacekante mit zusätzlichen Perlen stricken, kann also dauern. Ist mein Sonntagabendprojekt beim Football.
  • die Jule-Jacke: Immerhin schon bei den Ärmeln angelangt. Es wird!
  • theoretisch einen zweiten Hue Shift Afghan stricken, ich vermute aber, das wird dann erst 2021 losgehen. Die Wolle liegt hier schon.
  • das Kind wünscht einen roten Milo – das ist natürlich schnell gemacht verglichen mit den anderen Projekten.
  • ich kann einfach nicht klein: eine Granny Stripe Blanket liegt hier ebenso noch und wartet auf ein paar Streifen wie die Hexagon Grey auf sehr, sehr viele Sechsecke.
  • letzte Woche habe ich nach langem Überlegen den Webrahmen vom Dachboden geholt. Und direkt eine Kette geschärt (geschoren?), na, aufgezogen halt und auch angefangen zu weben. Erst mal ein ganz schlichtes Tuch, ich merke aber schon den Suchtfaktor. Wir werden sehen.
  • das Kind braucht Schlafanzüge, und ich habe das unfassbare Glück, dass mich die Lust am Nähen auch wieder gepackt hat. Also los! Auch ein paar Sachen für ihre Puppe werden vielleicht dabei abfallen …
  • Puppe ist das Stichwort. Aus Gründen habe ich vor einer Weile begonnen, eine Puppe zu nähen. Diese braucht nicht mehr viele Arbeitsschritte zur Fertigstellung und benötigt dann natürlich auch eine angemessene Garderobe. Das ist gut, dann kriege ich die ganzen Stoffreste mal weg. (Insert a haha here.)
  • Handlettering lernen.

Habe ich was vergessen? Bestimmt. Mir ist bewusst, dass sich das alles nach sehr viel anhört; ich schätze, wenn ich die Hälfte schaffe, wäre das mehr als ich selbst von mir erwarte. Allein die Decken fordern schon eine Menge Zeit und Energie ein.

Aber ich bin froh, dass ich so viele Hobbys habe, sie pflege und sie mir die dunklen Abende und die lange Winterzeit versüßen. In den kommenden Monaten werde ich euch sicher gelegentlich mitnehmen und euch zeigen, was hier neben den Romanen entsteht – denn klar, die schreibe ich weiterhin, da kommt bald noch sehr vieles auf euch zu! (Ich bin deshalb ein bisschen aufgeregt …)

Habt ihr Ideen, was ihr in den kommenden Monaten machen werdet? Pläne, Projekte, gibt es etwas, das ihr immer schon mal lernen wolltet?

Leben, lesen, schreiben.

am 24.9.2020 zum Thema „Autorinnenleben“

Der Tag begann vor dem Weckerklingeln, und das ist nicht so schlecht wie es klingt. Denn mit dem Weckerklingeln, das bedeutet meist, dass es ein bisschen stressig wird; mit dem Weckerklingeln, das heißt allerhöchste Eisenbahn, dass wir unser morgendliches Programm abspulen.

Erst mal in die Laufklamotten. Es ist nämlich etwas komisches passiert. Ich laufe. Naja, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber vier Schwalben in acht Tagen, da bin ich etwas Großem auf der Spur. Idealerweise laufe ich wochentags direkt ab der Kita los, es gibt da so einen Ententeich (und ziemlich viel Wald direkt dran, aber so weit bin ich noch nicht vorgedrungen), und heute drehte ich schon mal zwei Runden um besagten Teich. Pensum gesteigert, Tempo gedrosselt. Das passte ziemlich gut, und nach einer halben Stunde war ich wieder zu Hause. Ich genoss die Morgensonne auf der Treppe vor dem Haus sitzend, das war echt schön.

Auch schön: Eine Lektorin schickte die Vorschauseiten fürs kommende Frühjahr, die sehen sehr schick aus und ich freue mich auf das Buch. Verrückt, denke ich da – das Buch begann ich vor anderthalb Jahren zu schreiben, und wieso es für mich ein bisschen so war, als müsste ich mir etwas aus dem Herzen schreiben, das erzähle ich euch dann im Mai.

Leben und Schreiben kann man nicht trennen.

Und so auch heute. Im Manuskript bin ich an einer Stelle angelangt, an der es irgendwie hakte. Aber der Zufall hat mich schon vorgestern auf die richtige Fährte gebracht, ich hab es nur nicht sehen wollen; erst gestern begriff ich, dass – pardon – Arschlöcher immer Arschlöcher sind, egal ob im 20. oder 21. Jahrhundert. Heute kann man es vielleicht einfacher benennen, wenn sich jemand wie ein solches verhält, ich habe da inzwischen einen deutlich besseren Radar entwickelt. Macht das menschliche Miteinander nicht immer leichter, weil ich in manchen Situationen dann auch extrem misstrauisch bin. Aber meine Protagonistin ist deutlich jünger, sie muss das noch lernen.

Post von einem Onlinebuchhändler bekommen und gelacht.

Buchempfehlung für das e-Book von „Die Dorfärztin 2“

Und klar, das ist witzig, weil das Buch, das der Buchhändler mir da verkaufen will, grad mal zur Hälfte fertig ist. Aber nur zu, bis August ist ja noch massig Zeit. Ich schaff das, ganz bestimmt. (An schlechten Tagen glaube ich das ja gar nicht, but that’s a different story.)

Vielleicht waren wir heute das letzte Mal für diesen Sommer mit den nackten Füßen im Sand, als wir auf dem Spielplatz waren. Ja, ja, ist schon Herbst, hab ich verstanden. Lasst mir doch die Illusion. Ich bin eigentlich Herbstkind, aber die Tage werden spürbar kürzer und das vertrage ich nicht so gut.

Zum Schluss noch die erste Bewertung für mein neues Buch gefunden, und my, wie beneide ich diese Leserin, dass sie in drei Tagen offenbar 330 Seiten lesen kann. Ich lese drei Seiten und schlafe ein, und Belletristik ist es im Moment auch nicht. Na gut. Lesen und schreiben kann man auch nicht trennen, und da ich gerade sehr viel schreibe, ist es halt schwierig, das Lesen. Ich habe verstanden!

Ein Winter im Alten Land

am 22.9.2020 zum Thema „Autorinnenleben“

Winterzauber und Honigduft. Hamburg im Winter: Die Ärztin Bea achtet darauf, niemanden an sich heranzulassen. Als eine alte Patientin verschwindet und nur ein Tagebuch zurücklässt, lernt sie deren Neffen Tom kennen, der die Imkerei seiner Tante übernommen hat, sich aber nur wenig um die schlafenden Bienenvölker kümmert. Dann entdeckt Bea im Tagebuch seiner Tante den Hinweis darauf, dass die Population von einer gefährlichen Krankheit bedroht ist. Jetzt muss schon ein Weihnachtswunder passieren, um sie zu retten. Doch Tom und Bea geben nicht auf, und bei dem gemeinsamen Kampf um die Bienen kommen die beiden sich näher …

Merkt man mir die Aufregung an? Seit heute gibt es mein neues Buch in allen Buchläden, online wie offline. Bea (sic!) und Tom, vierzig Bienenvölker und hoffentlich die Antwort auf die Frage, was im Leben kommt, wenn man das Gefühl hat, dass da gerade nichts mehr kommen will.

„Ein Winter im Alten Land“ – Hardcover auf einer Tastatur

Die Herausforderung war: Einen Winterroman über Bienen schreiben. Wisst ihr, was Bienen im Winter machen? Sie hocken im Stock und wärmen die Königin. Damit wäre der Bienen-Teil des Roman theoretisch auserzählt, aber praktisch habe ich doch noch eine Möglichkeit gefunden, euch durchs Bienenjahr zu begleiten.

Es wird auch am Rande ein Wiedersehen mit Alix & Max geben. Wenn ihr den ersten Band der Reihe, „Ein Sommer im Alten Land“ nicht kennt, ist das aber kein Problem, ihr könnt auch mit dem Winter einsteigen.

Und nun wünsche ich euch ein paar entspannte Lesestunden. Ich freue mich natürlich über eure Leseeindrücke, sei es hier, auf den Social-Media-Kanälen oder (sehr gerne) auf den Plattformen der Onlinebuchhändler.

The day before.

am 21.9.2020 zum Thema „Autorinnenleben“

Gibt so Tage, da zahlste drauf. So einer war heute. Der Montag musste sich nicht mal verkleiden, er war halt, was er war. Und ich mittendrin mit dem üblichen Kram.

Tröstlich war: Der Spaziergang, einmal rüber zum B-Park, dort auf einer Bank sitzen und Seiten um Seiten im Journal füllen. Das mache ich gerade ziemlich exzessiv, man könnte meinen, mein Leben wäre aufregend, dabei sind es vor allem meine Gedanken, und die wollen raus. Papier ist geduldig, a match made in heaven, wie man so schön sagt.

Die letzten Tage war ich zunehmend nervös, morgen ist ja Erscheinungstermin für mein jüngstes, neuestes Buch, „Ein Winter im Alten Land“. Diese Tage sind oft aufregend, aber eher so innerlich aufregend, denn die Welt dreht sich weiter – und ich drehe ein bisschen durch, so eine neue Geschichte da draußen, die einige Menschen lesen und gut finden, andere lesen sie und mögen sie gar nicht, ich stehe irgendwo dazwischen und sage „ja, Geschmäcker. Einverstanden, die gibt’s. Aber ich habe da mein ganzes Herz reingeschrieben, soweit ich eben konnte. Trampelt nicht zu sehr drauf herum, okay?“ Das ist schwer auszuhalten, ich krieche gleich ins Bett und könnten wir bitte auf übermorgen vorspulen oder auf nächsten Monat oder so?

Morgen versuche ich dann, euch ein bisschen mehr über Bea und Tom zu erzählen, und über die vierzig Bienenvölker, mit denen Tom zusammenlebt. Wie man einen Bienenroman schreibt, der im Winter spielt. Und was ich so besonders an dieser Geschichte liebe.

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